Marktüberblick

Der österreichische Versicherungsmarkt in Grundzügen

Sparten, Aufsicht und die Begriffe, die in fast jedem Vertrag auftauchen.

Wer über Versicherungen in Österreich wacht

Versicherungsunternehmen mit Sitz oder Geschäftstätigkeit in Österreich unterliegen der Aufsicht durch die Finanzmarktaufsicht (FMA). Sie prüft unter anderem die finanzielle Stabilität der Unternehmen und die Einhaltung aufsichtsrechtlicher Vorgaben.

Der rechtliche Rahmen für einzelne Verträge findet sich vor allem im Versicherungsvertragsgesetz (VersVG). Dort sind unter anderem Informationspflichten, Widerrufsrechte und Regeln zur Vertragsbeendigung geregelt. Wer diese Grundlage kennt, versteht auch die Struktur der eigenen Polizze besser.

„Der Markt wirkt unübersichtlich. Die Grundstruktur der Verträge ist es meist nicht.“
Älterer Mann mit Lesebrille prüft aufmerksam ein Versicherungsdokument

Vier Gruppen, die den Alltag betreffen

Haushalts- und Eigenheimversicherungen decken Schäden am Wohnraum und Hausrat ab. Kfz-Haftpflicht und Kasko betreffen Fahrzeuge und deren Nutzung im Straßenverkehr. Rechtsschutzversicherungen übernehmen unter bestimmten Bedingungen Kosten für rechtliche Auseinandersetzungen. Unfall-, Kranken- und Ablebensversicherungen betreffen die eigene Gesundheit und Vorsorge.

Innerhalb jeder Gruppe existieren zahlreiche Varianten mit unterschiedlichem Deckungsumfang. Ein pauschaler Vergleich zwischen zwei Anbietern greift daher selten, ohne die Details der jeweiligen Polizze zu betrachten.

Begriffe, die in fast jedem Vertrag stehen

Eine Auswahl an Begriffen, geordnet nach dem Zeitpunkt, an dem sie im Vertragsleben typischerweise relevant werden.

A

Ausschlussklausel

Regelt, welche Ereignisse oder Schäden ausdrücklich nicht von der Deckung erfasst sind. Steht meist in einem eigenen Abschnitt der Bedingungen.

B

Bonus-Malus-System

Bei der Kfz-Haftpflicht üblich: Schadenfreie Jahre führen zu Prämiennachlässen, gemeldete Schäden können die Einstufung verschlechtern.

D

Deckungssumme

Der maximale Betrag, den die Versicherung im Schadensfall auszahlt, unabhängig davon, wie hoch der tatsächliche Schaden ausfällt.

K

Kündigungsfrist

Der Zeitraum vor Ablauf der Vertragslaufzeit, in dem eine Kündigung eingereicht werden muss, damit der Vertrag nicht automatisch weiterläuft.

P

Prämie

Der regelmäßig zu zahlende Betrag für den Versicherungsschutz, meist monatlich oder jährlich fällig.

S

Selbstbeteiligung

Der Teil eines Schadens, den die versicherte Person selbst trägt, bevor die Versicherungsleistung greift.

W

Wartefrist

Ein Zeitraum nach Vertragsabschluss, in dem noch kein Leistungsanspruch besteht, häufig bei Kranken- oder Unfallversicherungen.

Ruhiger Lernraum mit Tisch, Notizblock und aufgeschlagenen Unterlagen zu Versicherungsthemen

Worauf ein Vergleich strukturell achten kann

Ein informierter Vergleich betrachtet mehrere Ebenen gemeinsam: die Höhe der Prämie, den tatsächlichen Deckungsumfang, die Höhe der Selbstbeteiligung und die Flexibilität durch Kündigungsfristen. Zwei Angebote mit ähnlicher Prämie können sich in diesen Punkten deutlich unterscheiden.

Diese Beschreibung ist eine allgemeine Orientierung. Sie ersetzt keine individuelle Prüfung der eigenen Situation durch eine dazu befugte Person oder Stelle.

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